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(1)+++[Nach seinen Jugendbüchern begann ROBERT A. HEINLEIN (1907-1988), nach einzelnen herausragenden Werken wie "Ein Mann in einer fremden Welt", etwa 1973 kohärent ernsthaftere SF-Literatur zu schreiben als bisher. So auch den begeisternden Roman TIME ENOUGH FOR LOVE, zu dt. "Die Leben des Lazarus Long". Von einem Mann, der Tausende Jahre alt wurde. Hier Produkt des Verlages Bastei-Lübbe im Jahr 2002. Nummer 24303, 781 Seiten.]
R.A.H. schildert die Leben eines besonderen Unsterblichen, seine Fantasien und seine Natürlichkeit, eines durch wissenschaftliche Verfahren Erneuerten, der die Auffrischung aufgrund von Verjüngungskuren in den Howard-Verjüngungskliniken erleben konnte. Die jeweiligen Lebensstationen haarklein wiederzugeben hieße, den Roman mit Akribie zu kopieren, daher selbstverständlich nur eine kurze Einschätzung. In der Einführung des Textes schreibt R.A.H. eine Menge Namen die der Unsterbliche, jeweils einen in einer neuen Epoche angenommen hat. Der Text ist in einer gewissen Chronik dargelegt, geschrieben in verschiedenen Orten und verschiedenen Zeiten eines Tagebuches. Der Beginn liegt hauptsächlich auf dem Jahr 2053, das ist nämlich der Ausgangspunkt der großen Diaspora, der massenartigen Inbesitznahme von Kolonien, dem Zeitpunkt für den Bau des Libby-Sheffield-Antriebes. Lazarus Long's Hauptsitz ist Neu-Rom auf dem Planeten Secundus. Die Chronik wurde erstellt vom Hauptarchivar der Howard-Stiftung namens Ira, zugleich ein Nachkomme mit ebensolcher Verjüngung.
Lazarus Long unterhält sich mit dem Nachfahren Ira über die soeben erfolgte zigste Verjüngung und hat doch bereits eine gewisse Sättigung seiner Lebenslust erreicht, die durch Gesten zum Ausdruck kommt. Andererseits ereignete sich auch die Nachfrage Lazarus' nach dem Selbstmordhebel, einer Mechanerie für den Suizid, dem man ihm wohlweislich nicht gegeben hatte. Die Techniker haben ihn wieder hochgepäppelt. Seine bisher letzte Episode ist das Ereignis 1.Weltkrieg, dem er schwer verletzt gerade so entronnen ist.
Es folgen Episoden genauso wie vordem auch und raffinierte Lebensweisheiten, eben Mischungen die des Lazarus' und die des R.A.H.'s selbst. Darin kann der Autor sehr gut eindrucksvoll und spannend erzählen. Im Grunde wird ein gewisser Alltag an Erlebnissen und Handlungen vorgebracht, der diese eines Unsterblichen erfüllt. Satirisch angemerkt: Nichts Besonderes - nur Leben. Es scheint er hat einen treffsicheren Plan, welche Events er noch erleben möchte. Ein Großteil ist den Frauen und Kindern des Lazarus oder auch Senior genannt - vorbehalten. Dem Autor fielen tausend Geschichten für eine interessante Karriere ein, wobei nur wenig SF-Staffage integriert ist, die das Buch andererseits zu sehr mechanisiert hätte. So ist das Werk ein plaudernder Begleiter eines reichlichen Lebens aus dem Natürlichen, reich an aktuellen facettenreichen Merkmalen, die, die Zeit prägten. Ob Politik, Frauen, Verjüngung, Auskommen, Rezession, Armeezeit, Beförderungen, Geschlechtsumwandlung, Überleben, Computer, Laufbahn, Kinderreichtum, Suizid, Beruf, und anderen Kategorien … der Autor ist überall mit seinen Worten zuhause. Seine vorläufig letzte Station ist das Jahr 1916. Der lange Besuch bei seinen Eltern namens Woodrow als ein gewisser Ted Bronson, heimlich, erwartungsfroh - mit einer Zeitmaschine. Und der 1.Weltkrieg, zu dessen Teilnahme es ihn dann als Zeitheld drängt, wobei er angeschossen wird und einige seiner Töchter ihn in die Normalzeit zurückholen und retten.
R.A.H. war einer der ganz Großen unter den SF-Schriftstellern. Eher durch Krankheit zur Science Fiction gekommen, als durch geplante Entwicklung, schrieb er 1939 seine erste Erzählung, die im ASTOUNDING herauskam. R.A.H. bekam 6x den HUGO. Er hatte einen großen Einfluss auf die weltumspannende SF. Und doch wirft man ihm nachträglich einen Hang zum Militarismus vor - so nach dem Buch "Sternenkrieger". Zwei Werke sind verfilmt worden - "Endstation Mond" und "Sternenkrieger". Den NEBULA anvertraute man ihm wohl nicht, sein Stil war wohl zu durchsichtig und militärisch, simpel und doch gut lesbar. Es bedurfte keines Lexikons um die Worte zu verstehen. R.A.H. schrieb 138 Storys, 1 Artikel, und 112 Bücher in deutscher Übersetzung. [MST 8/2006].
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